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Lösungswege
Bis zum heutigen Zeitpunkt sind - bis auf das im folgenden noch darzustellende Nordkanalgutachten - offiziell nur Lösungswege beschrieben worden, die sich mit der Situation in Korschenbroich befassen. In den hiefür erstellten Gutachten ist Kaarst, obwohl an der Finanzierung der Gutachten beteiligt, nur am Rande erwähnt. Hieraus ist den Gutachtern kein Vorwurf zu machen, weil diesen kein Datenmaterial zur Verfügung gestellt worden ist. Prof. Düllmann hat dies bereits nach seinem ersten Gutachten öffentlich gerügt. Bei der Vorstellung seiner Arbeit in Korschenbroich beklagte er: "Von Kaarst habe ich - bis auf ein Paar nette Bildchen - nichts bekommen."
Die so genannte "Große Lösung"
Unter der so genannten großen Lösung wurde bisher eine vornehmlich hydraulische Lösung des Grundwasserproblems für alle betroffenen Gemeinden gemeinsam verstanden. Dabei sollten flächendeckend in Korschenbroich 38 und Kaarst 2 Pumpwerke errichtet werden, die das überschüssige Grundwasser abpumpen. Die Kosten hätten einmalig bei ca. 38-46 Mio für die Errichtung und jährlich 3,8-4,6 Mio € für den Unterhalt gelegen. Diese Lösung hätte den Vorteil gehabt, dass damit mit Sicherheit alle Häuser trocken geblieben wären. Nachteilig wären aber die hohen Kosten gewesen.
Welche konkreten Maßnahmen hier für Kaarst getroffen werden müssten, ist jedoch bis heute offen.
Auch im letzten Gutachten von Prof. Düllmann, vom 29.5.2003 werden für Kaarst keine konkreten Angaben gemacht. Es heißt dort: "Da in Kaarst eine im Umfang und Qualität der von Korschenbroich entsprechende Gebäudeanalyse nicht vorliegt, lassen sich hier nur gröbere Abschätzungen zur Veränderung der Betroffenheit vornehmen, zumal sich das Ausgangsniveaus der Betroffenheit bei der dort gewählten Vorgehensweise nicht eindeutig definieren lässt.
Politik und Verwaltung von Kaarst wollen jedoch mit der Ermittlung der erforderlichen Daten warten, bis hierfür Geld aus der "Großen Lösung"; von anderer Seite zur Verfügung gestellt wird. Die "Große Lösung"; und deren Finanzierung wird jedoch, und das wissen alle Beteiligten, nicht kommen.
Wir brauchen also hydraulische Lösungen, die auf die Belange von Kaarst abgestimmt sind. Erst wenn diese Lösungen erarbeitet sind, kann über die Finanzierung entschieden werden.
Die Federführung hierzu muss bei der Stadt liegen. Wir erwarten von den politischen Verantwortungsträgern endlich einen klaren Auftrag an die Stadtverwaltung und von der Verwaltung keine weitere Blockierung zu diesem Thema.
Die Probleme bei der Realisierung der "Großen Lösung" liegen neben der Finanzierung vor allem darin, dass die notwendigen wasserrechtlichen Genehmigungen nach dem heutigen Gesetzesstand nicht erteilt werden könnten.
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Patchwork-Lösung
Seit dem Treffen mit dem Ministerpräsidenten in Düsseldorf am 02.05.2003 wird eine so genannte "Patchwork-Lösung" befürwortet. Damit ist die zunächst in Aussicht gestellte hydraulische Lösung vom Tisch, bei der die Lösung des Grundwasserproblems durch großflächiges Abpumpen des Grundwassers herbeigeführt werden sollte.
Unter "Patchwork-Lösung" ist dagegen zu verstehen, dass das Grundwasserproblem nicht durch eine Lösung komplett beseitigt wird, sondern durch viele Maßnahmen immer weiter verringert wird. Die Lösung des Problems wird hierbei durch viele kleine Maßnahmen und Lösungsansätze herbeigeführt. Diese Lösung, sofern dies zu einer kompletten Lösung des Problems führen wird, hat den Vorteil, dass gleichzeitig an verschiedenen Teillösungen gearbeitet werden kann, die voneinander unabhängig sind. Derzeit werden die folgenden "Flicken" diskutiert:
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Die Nordkanalentschlammung
Nachdem die beteiligten Bürgergruppen monatelang gedrängt hatten, überprüfen zu lassen, ob eine Lösung des Grundwasserproblems eine Instandsetzung bzw. Entschlammung des Nordkanals sein könnte, hat die Stadt Kaarst endlich Anfang 2003 ein Gutachten in Auftrag gegeben, das im folgenden als "Nordkanalgutachten" bezeichnet und in der Öffentlichkeit bekannt ist. Das Gutachten wurden am 17.09.2003 von Bürgermeister Moormann in einer öffentlichen Veranstaltung im Georg-Büchner-Gymnasium in Vorst der Öffentlichkeit vorgestellt. Sowohl das Gutachten nebst Anlagen als auch der Stenografische Bericht der Veranstaltung und die von der Gutachterfirma erstellte Zusammenfassung sind auf der Internetseite der Stadt Kaarst veröffentlicht.
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Das Gutachten - Zusammenfassung
Das Nordkanalgutachten wurde von der Fa. Hydrotec im Auftrag der Stadt Kaarst erstellt. Gegenstand des Gutachtens waren die folgenden Fragen:
- Welche Wasserwirtschaftliche Bedeutung hat der Nordkanal?
- Wie verhält sich die Wechselwirkung des Wasserstandes im Nordkanal zum Grundwasserstand? Erfolgt ein Austausch zwischen dem Grundwasser und dem Nordkanal. Wenn ja, in welchem Umfang? Wäre eine Absenkung des Wasserspiegels zur Senkung des Grundwasserspiegels erfolgversprechend und wie weit müsste der Wasserspiegel ggf. abgesenkt werden?
- Übernimmt der Nordkanal im Hinblick auf das Grundwasser eine Entwässerungsfunktion? Könnte der Nordkanal eine Entwässerungsfunktion übernehmen?
- Kann der Nordkanal als Vorfluter einer Grundwasserabsenkung dienen?
- Welche Vorkehrungen müssten getroffen werden, um größere Wassermassen (wie z.B. Sümpfungswasser von Nachbargemeinden) über den Nordkanal ableiten zu können, ohne negative Auswirkungen auf den Grundwasserstand entlang des Gewässers zu verursachen?
- Welche Auswirkungen würde eine Entschlammung des Nordkanals nach sich ziehen?
- Welche Auswirkungen hätte eine Kanalbettprofilierung Ausgrabung des Kanalbetts auf die angrenzenden Grundwasserstände. Es soll eine Aussage getroffen werden, wie tief das Kanalbett abgesenkt werden müsste, damit es einen Einfluss auf den Grundwasserstand im Bereich der Bebauung Holzbüttgen nimmt. Welche Kosten wären hiermit verbunden und wie würde die Entsorgung des ausgekofferten Materials erfolgen?
- Ist es möglich und sinnvoll, ein Grabensystem von Vorst aus mit Anbindung an den Nordkanal bzw. Jüchener Bach zu entwickeln?
Das Gutachten befasst sich mit den Fragen 1-7.
Die Frage 8 sollte bei der Erstellung des Gutachtens zurückgestellt werden, bis geklärt war, ob die Säuberung des Kanalbettes und damit die Reaktivierung des Vorfluters signifikante Auswirkung auf den Grundwasserstand hat. Nur dann, so war die Überlegung, könne die Anlage eines Grabens Sinn machen. Nachdem die Untersuchungen am Nordkanal die positive Auswirkung auf den Grundwasserstand gezeigt hat, wurde die Frage entgegen der Absprache nicht wieder aufgegriffen.
Zu Frage 1:
Der Nordkanal besitzt aufgrund seiner Entstehung und den heutigen Nutzungen eine wesentliche Bedeutung in den Bereichen
- Wasserwirtschaft (Gewässerstatus und Wasserführung allgemein, Hochwasserableitung, Gewässergüte und Abwasserbeseitigung, Entwässerung, Wassergewinnung)
- Denkmalschutz
- Natur- und Biotopschutz
- Freizeit- und Erholung
- Siedlung (Baugrund)
Der Nordkanal übernimmt schon heute eine Entwässerungsfunktion für die angrenzenden Bereiche. Die Gewässergüte liegt bei Güteklasse III, unterhalb der Einleitung des Klärwerks bei IV-V. Eine Verbesserung der Wassergüte ist durch Inbetriebnahme des neuen Klärwerks zu erwarten.
Zu Frage 2:
Schon heute, ohne weitere Pflegemaßnahmen ist der Nordkanal in der Lage, ca. 3 Mio. m³ Grundwasser aufzunehmen und abzuführen. Wird Wasserspiegel des Nordkanals z.B. durch eine Vertiefung der Sohle gesenkt, erhöht sich damit automatisch der Zustrom das Grundwassers, was zu einer Entwässerungswirkung führt. Für das Gutachten wurden drei verschiedene Varianten der Vertiefung beschrieben:
Variante 1: Vertiefung der Sohle, die allerdings lediglich durch die Entschlammung herbeigeführt wird.
Variante 2: Aus hydraulischer Sicht maximal mögliche Vertiefung der Sohle.
Variante 3: Aus hydraulischer Sicht maximal mögliche Vertiefung der Sohle, die aber westlich von Holzbüttgen endet.
Kommt es zur Ausführung der maximalen Version von Variante 2, erhöht sich der Grundwasserzustrom von ca. 3 Mio. m³ auf 9 Mio. m³. Bei Variante 1 beträgt der Anstieg des Zustroms noch ca. 3 Mio. m³.
Zu Frage 3:
Über den Nordkanal können große Wassermassen abgeführt werden. Er ist generell geeignet, als Vorfluter einer Grundwasserabsenkung zu dienen. Auch bei Hochwasser kann dieses schadlos abgeleitet werden. 60% des Abflusses im Nordkanal besteht aus Wasser, aus dem Klärwerk Nordkanal.
Zu Frage 4:
Bei einer längerfristigen Einleitung von Sümpfungswasser aus Nachbargemeinden, würde dies zu einer Erhöhung der mittleren Wasserstände im Nordkanal führen. Dadurch würde sich die zuströmende Grundwassermenge dauerhaft vermindern. Ein Ausgleich könnte aber durch eine Absenkung der Sohle erreicht werden.
Zu Frage 5:
Aufgrund fehlender Daten war es nicht möglicht festzulegen, welche Vertiefung des Nordkanalbettes durch eine Entschlammung erreicht werden könnte und ab wann ein Eingriff in den gewachsenen Boden vorliegt. Aus Vermessungsunterlagen von 1970 ergeben sich aber deutlich tiefere Sohllagen des Nordkanals, als aus den aktuellen Vermessungsunterlagen aus 1991. Sollte die Sohle vertieft werden, müssen folgende Punkte beachtet werden:
- Standfestigkeit der Gewässerböschungen bei Sohlvertiefung
- Standfestigkeit der Brücken und gewässernahen Bauwerke, Böschungssicherungen im Bauwerksbereich
- Standfestigkeit von Bauwerken und Dämmen in Gewässernähe (Eisenbahn etc.)
- Tiefenlage der das Gewässer querenden Leitungen
- Entsorgung des Aushubmaterials
- Nachhaltigkeit der Maßnahme
Zu Frage 6:
Sollte eine Entschlammung ausreichen, um die maximale Vertiefung zu erreiche, ist die Umsetzung technisch unproblematisch. Eine Entschlammung würde nach Auskunft des StUA Krefeld (Staatliches Umweltamt Krefeld) als Erhaltungsmaßnahme genehmigungsfrei bleiben, während ein Eingriff in den gewachsenen Boden genehmigungsbedürftig wäre. Die Genehmigung wäre insofern problematisch, als nach Auskunft des Erftverbandes die Einzugsgebiete der nördlich des Kanals gelegenen Wasserwerke erheblich beeinträchtigt werden.
Zu Frage 7:
Bei der Variante 2 können im bebauten Teil von Holzbüttgen die Grundwasserstände um 30- 40 cm, in Vorst um 30 cm gesenkt werden. Dabei würden ca. 55 000 m³ Aushubmaterial anfallen. Die Entsorgungskosten können noch nicht beziffert werden, weil diese von der Schadstoffbelastung abhängen, die nicht bekannt ist.
Bei der Variante 1 würde das Grundwasser in Holzbüttgen um 20-30 cm sinken, in Vorst um 10 cm. Dabei würden ca. 28 000 m³ Aushub anfallen.
Bei der Variante 3 würden die Grundwasserspiegel wie bei Variante 1 gesenkt werden können.
Empfehlung der Gutachter:
Das Gutachten endet mit der Empfehlung, weitere Untersuchungen im Hinblick auf die Schlammmenge und die Schadstoffbelastung des Schlamms in Auftrag zu geben, um die Kosten ermitteln zu können.
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Unsere Bewertung
Nach unserer Auffassung kommt alleine die Variante 2 in Betracht, weil alleine sie zu einer wesentlichen Verbesserung der Grundwassersituation in Holzbüttgen und Vorst führen würde. Zwischenzeitlich ist durch Vermessung belegt, dass es sich bei den erforderlichen Maßnahmen um eine Entschlammung und damit um eine genehmigungsfreie Erhaltungsmaßnahme handelt.
Wir sehen die Notwendigkeit, die Umsetzung der Variante 2 durch die Erstellung eines weiteren Grabensystems zu ergänzen, die zu einer weiteren Entspannung der Grundwassersituation im Ortsteil Vorst führen würde. Daher ist es für uns erforderlich, auch die zunächst vorgesehene 8. Frage begutachten zu lassen.
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Fotos vom Nordkanal
Dass eine Entschlammung des Nordkanals Not tut, ist auch an aktuellen Fotos des Nordkanals ersichtlich. Diese sind im Rahmen einer Nordkanalbegehung im November 2003 entstanden. Bitte klicken Sie auf ein Bild, um es zu vergrößern.
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Die beteiligten Bürger haben gezeigt, dass sie die Thematik kooperativ angehen. Wir werden auch weiter, bei Planung und Finanzierung, hilfreich mitarbeiten.
Das Beratungsbüro Grundwasser
Anfang Juli ist das Beratungsbüro Grundwasser in Glehn eröffnet worden. Dazu wurden Hochglanzflyer und Poster an Geschäfte und Bürgergruppen verteilt. Das Bürgerbüro soll dem Bürger die Möglichkeit geben, sich über die Grundwassersituation, die eigene Betroffenheit und Lösungsmöglichkeiten beraten zu lassen.
Wir haben einen Praxistest durchgeführt. Lesen Sie jetzt den Erfahrungsbericht (Download als pdf) :
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Erfahrungsbericht Erstberatung
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Motivation
Ich habe mich vor dem Hintergrund entschlossen, die Erstberatung aufzusuchen, um meine Auffassung bestätigt zu bekommen, dass mein Haus nur gering bis gar nicht vom Grundwasser betroffen ist. Zudem wollte ich gerne wissen, was Inhalt der Beratung ist.
Vorgeplenkel
Am Montag, dem 19.7.2004 schrieb ich eine E-Mail an die im Flyer genannte E-Mail-Adresse und bekam ca. 2 Stunden später eine Antwort mit der Bitte, mich wegen einer Terminabsprache telefonisch zu melden. Da ich an diesem Tag niemanden erreichte, versuchte ich es am Dienstag morgen. Dort meldet sich eine nette Frau, der ich mein Anliegen schilderte, einen Termin für Donnerstag zu erhalten. Sie suchte dann einen Termin am Nachmittag raus und notierte meine Daten. Dann erläuterte Sie mir, was ich alles mitbringen sollte. Bei dem Punkt "Oberkante Kellerfußboden über NN" gab ich zu bedenken, dass ich diesen Wert nicht hätte und auch nicht wüsste, woher ich ihn bekommen könnte. Sie wies mich auf die Bauunterlagen hin. Ich erklärte dann, dass in diesen zwar die Höhen der einzelnen Bauteile des Kellers, nicht aber die Höhe über NN angegeben sei, dass ich vom Tiefbauamt aber die Höhe des nächstgelegenen Kanaldeckels genannt bekommen hätte. Sie wollte sich dann sofort beim Erftverband erkundigen, ob das ausreichen würde und bat mich, in der Leitung zu bleiben. Kurze Zeit später, meldete sie sich wieder, gab an, niemanden erreicht zu haben und wir verabredeten, dass Sie mich anrufen würde, sobald Sie jemanden beim Erftverband erreicht hatte. Als ich bis Mittwoch nachmittag nichts gehört hatte, meldete ich mich noch einmal per E-Mail bei ihr und bekam prompt die Antwort, ich möge noch einmal anrufen, sie hätte meine Nummer nicht mehr. In dem nachfolgenden Telefongespräch entschuldigte sie sich und erklärte mir, dass meine Daten verloren gegangen seien, weil Ihre Kollegin die Datei gleichzeitig geöffnet hatte. Ich erklärte ihr dann, dass ich inzwischen auch die notwendigen Daten ermittelt hätte. Sie schaute dann noch einmal nach, ob der Termin nicht schon vergeben sei und gab mir dann einen neuen Termin. Wir vereinbarten, da die notwendigen Unterlagen mich vor dem Termin nicht mehr erreichen würden, dass sie mir die Unterlagen trotzdem noch schickt, ich mir aber den Erstberatungsbogen aus dem Internet herunterladen sollte.
Am Donnerstag machte ich mich mit meinen Unterlagen (alte und neue Baupläne und Erstberatungsbogen) auf den Weg nach Glehn.
Betroffenheitsanalyse
Dort traf ich ca. 10 Minuten vor dem Termin ein. Der Mitarbeiter des Erftverbandes begrüßte mich, stellte dann fest, dass der vorherige Termin ausgefallen war und bat mich, vor einem Notebook Platz zu nehmen. Außerdem war ein Mitarbeiter der Stadt Korschenbroich anwesend, der bat, bei der Beratung anwesend sein zu dürfen, um sich ein Bild von der Beratung machen zu können.
Zunächst gab der Mitarbeiter des Erftverbandes an, dass er, weil er erst heute morgen von dem Termin erfahren habe, den höchstmöglichen Grundwasserstand noch nicht erfragt habe. Nachdem wir dann gemeinsam, anhand der Baupläne und der Messergebnisse die Höhe des Kellerbodens (Oberkante) über NN ermittelt hatten, suchte er im Notebook auf einer Karte mein Grundstück und entnahm der Karte den höchstmöglichen Grundwasserstand. Dann teilte er mir mit, dass ich Glück hätte, weil mein Grundstück nicht von Rhein-Braun beeinflusst sei, stellte dann aber fast umgehend fest, dass das Grundwasser derzeit ca. 5 cm unter den Fundamenten stünde und im Worst-Case der Keller 60 cm hoch unter Wasser stünde. Er zeichnete dann die Höhe meines Kellerbodens in eine Grafik der Ganglinie der Messstelle Waldhof ein, auf der zu erkennen war, dass auch in den 50er und 60er Jahren, der Keller, hätte das Haus da schon gestanden, immer wieder einmal unter Wasser gestanden hätte. Auf meine Frage, was er von der Entschlammung des Nordkanals hielte, teilte er mit, dass er die Ergebnisse des Gutachtens, die von Seiten des Erftverbandes errechnet worden seien, grundsätzlich für richtig halte und dies für mich eine Entlastung von 40 cm bringen würde. Er füllte dann den Erstberatungsbogen aus und kreuzte an, dass eine bauphysikalische Beratung zu empfehlen sei. Er fragte dann noch, ob ich noch Fragen hätte. Dies bejahte ich und fragte, ob sicher sei, dass kein Rhein-Braun-Einfluss bestünde und bezogen auf Gebiete, die im Rein-Braun-Einfluss lägen, wann dort der endgültige Grundwasserstand erreicht sei. Er erklärte mir, dass der Rhein-Braun-Einfluss erst 2080 oder 2090 ganz beendet sei. Ab 2005 bis 2010 würde der Wasserstand aber durch Abstellen bestimmter Pumpen in bestimmten Teilen steigen. Er bat mich dann, die Haftungsfreistellungen für die Berater zu unterzeichnen und übergab mir dann noch einen Bewertungsbogen für die Beratung. Die Beratung war nach ca. 20 Minuten beendet. Dann betrat der Bauingenieur, der die bauphysikalische Beratung machte, den Raum und nahm mich und den Beratungsbogen mit der Grundwasserlinie in ein anderes Büro mit.
Bauphysikalische Beratung
Der Bauingenieur füllte dann wieder den Erstberatungsbogen aus und fragte mich nach Einzelheiten zum Haus (Mauerwerk, Dichtungen, Höhen der Kellerfenster, Elektroleitungen, Höhe der Versorgungsleitungen, Nutzung des Kellers usw.). Er erläuterte dann die Bedeutung seiner Fragen, wodurch einige Antworten noch korrigiert wurden. Dann warf er einen Blick auf meine Unterlagen und es kamen Zweifel an der richtigen Berechnung der Tiefe der Kellerbodenoberkante auf. Er berechnete diesen Wert neu und kam auf eine Abweichung von ca. 3 cm. Dann wies er mich auf die Problempunkte hin: die Bodenplatte, 12 cm stark, wäre nicht in der Lage, dem Druck des Grundwassers Stand zu halten. Diese würde bei einem Wasserstand von 60 cm reißen. Dazu gäbe es verschiedene Ertüchtigungsmaßnahmen: Bodenplatte aufbetonieren, zu entfernen und neu zu gießen oder zu unterfüttern. Welche Maßnahme die Richtige sei, hinge von der Verwendung des Kellers, den Kosten und statischen Berechnungen ab. Schwachpunkte seien zudem die vielen Durchbrechungen der Bodenplatte durch Gullys, Rohre, Pumpensumpf, Kellereingang usw.. Daneben müssten die Wände abgedichtet werden. Dazu seien Aufgrabungen erforderlich. Ich gab zu bedenken, dass an eine Wand angebaut sei, bekam aber keine Antwort. Dann wies er mich darauf hin, dass auf jeden Fall noch statische Berechnungen erforderlich seien und übergab mir mit dem Hinweis, dass er in Kürze, wenn er seine Beratungen beendet hätte, auch aufgenommen würde, eine Liste von Statikern, die sich in diesem Bereich auskennen würden. Außerdem wies er mich auf eine Liste auf der Internetseite der Stadt Korschenbroich hin, in der alle möglichen bauphysikalischen Maßnahmen aufgelistet und erklärt seien. Kosten konnte er für keine der angesprochenen Maßnahmen nennen.
Auf meine Frage, warum nur Eigentümer, aber nicht z.B. Kaufinteressenten beraten würden, wies mich der Mitarbeiter aus Korschenbroich auf den Datenschutz hin. Beide gaben mir den Tipp, zunächst eine Messstelle im Garten anzulegen und den Grundwasserstand zu beobachten. Welche Konsequenzen ich dann aus der Beobachtung ziehen sollte blieb unklar. Der Bauingenieur verabschiedete sich mit den Worten bei mir, es sähe ja nicht ganz so schlimm aus bei mir, im besten Falle hätte ich Glück und bliebe die nächsten 50 Jahre vom Grundwasser verschont und ich solle mir überlegen, was ich tun wolle. Die Beratung war nach weiteren 70 Minuten beendet.
Fazit
Ich hatte den Eindruck, dass sich sowohl die Mitarbeiter der Stadt Korschenbroich bei der Organisation als auch die Berater Mühe gegeben haben. Auch wurde nicht auf die Zeit geguckt, so dass die bauphysikalische Beratung deutlich länger als die geplanten 30 Minuten gedauert hat. Dennoch habe ich aus der bauphysikalischen Beratung lediglich die Erkenntnis mitnehmen können, dass es fast unmöglich und mit erheblichen Kosten verbunden ist, mein Haus zu sanieren und dass, wo die Betroffenheit in anderen Stadtteilen sicherlich noch größer ist. Auch war nicht zu verbergen, dass die bauphysikalische Beratung lediglich dazu dient, neue Kunden der Ingenieure zu akquirieren. Vielleicht wurde auch dadurch der Eindruck geschürt, dass es zu keiner anderen Lösung auf kommunaler Ebene mehr kommen würde. Die gesamte Beratung lief darauf hinaus, eine private Lösung zu finden.
Dagmar Spona
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Der Vorster Graben
Nähere Ausführungen dazu folgen in Kürze.
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